14.07.2007 Drei Wolfsrudel in Sachsen
Presseinformation des "Kontaktbüro Wolfsregion Lausitz" vom 14.07.2007
Drei Wolfsfamilien leben in der Oberlausitz
Nach aktuellen Monitoringergebnissen des Wildbiologischen Büros LUPUS gibt es dieses Jahr im Gebiet der Muskauer Heide zwei Würfe Wolfswelpen. Das Stammrudel (das sogenannte Muskauer Heide Rudel) bestehend aus Eltern und Jährlingen, zieht im Ostteil des Truppenübungsplatzes Oberlausitz Welpen auf. Westlich der B 115 wurde ein weiteres Wolfspaar mit Welpen gefährtet. Zwischen dem Neustädter Rudel und dem Muskauer Heide Rudel hat sich somit offensichtlich eine dritte Wolfsfamilie in der Oberlausitz etabliert. Noch ist unklar wer die Neuen sind. Die Vermutung liegt nahe, dass die neue Wolfsfamilie, die sich quasi zwischen die beiden etablierten Familien gedrängt hat, von nahe verwandten Tieren gegründet wurde. Genetische Untersuchungen sollen nun zeigen, ob sich der Verdacht der Biologinnen bestätigt, dass eine Tochter aus der Muskauer Heide sich mit dem Daubaner Wolf verpaart hat, der Anfang 2006 aus Polen zuwanderte. Von diesem gab es in den letzten Monaten nur sehr wenige Hinweise. Mit den Ergebnissen der Genanalysen kann aber erst zum Jahresende gerechnet.
Da Wolfsterritorien keine statischen Gebilde sind, können sie sich von Jahr zu Jahr verschieben. Ohne Telemetrie (Wolf mit Sender) sind diese Verschiebungen jedoch nur schwer nachzuweisen. Solange es angrenzend genügend wolfsfreie Gebiete und ausreichend Nahrung für die Wölfe gibt, kann eine Wolfsfamilie ihr Territorium relativ einfach verlagern. Sind alle geeigneten Gebiete besetzt, kann es allerdings zunehmend zu Grenzstreitigkeiten zwischen benachbarten Rudeln kommen.
Aus dem Bereich des Neustädter Rudels gibt es bisher noch keine Welpennachweise. Das regnerische Wetter erschwert den Biologen die Spurensuche. Auch ob die beiden Wölfe im Bereich der Zschornoer Heide, Südbrandenburg, Nachwuchs haben ist noch unklar.