Gesellschaft zum Schutz der Wölfe e.V.

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10.03.2009 Erfolg in der Oberlausitz: Junger Wolf besendert

Pressemitteilung des Kontaktbüros "Wolfsregion Lausitz"

Junger Wolf besendert, Wanderverhalten wird beobachtet

Dresden/Bonn, 10 März 2009: Am vergangenen Freitag (06.03.2009) gelang es den Biologen des Wildbiologischen Büros LUPUS auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz einen zehn Monate alten männlichen Welpen des Nochtener Rudels zu fangen und mit einem Sender auszustatten. Der Wolf wurde mit einem GPS-GSM Halsband versehen, das Daten zum Abwanderungsverhalten von Wölfen in Deutschland liefert. Die Aktion erfolgte im Auftrag des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) und ist Teil des vom BfN initiierten und vom Sächsischen Umweltministerium unterstützten F+E Vorhabens „Pilotstudie zur Abwanderung und zur Ausbreitung von Wölfen in Deutschland“. Die gewonnenen Daten zum Raum-Zeit-Verhalten des besenderten Wolfes tragen dazu bei, besser zu verstehen, wie Wölfe sich in einer z. T. dicht besiedelten Kulturlandschaft verhalten. Aktuelle Wolfsnachweise aus mehreren Bundesländern zeigen, dass Wölfe auch in unserer heutigen von Menschen geprägten Landschaft weite Strecken zurücklegen können. Das Verhalten der Tiere bei ihren Wanderungen ist in vielen Bereichen nach wie vor unklar. Offene Fragen sind z. B.: In welchem Alter wandert ein Wolf ab? Wie schnell, wie weit, wie gerichtet bewegt er sich? Wie verhält sich ein Wolf, wenn er auf Autobahnen oder andere Einrichtungen trifft, die als Barrieren wirken könnten? Diese Fragen können natürlich nicht abschließend anhand eines einzelnen besenderten Jungwolfes geklärt werden. Nicht alle junge Wölfe wandern weite Strecken ab. Einige etablieren ihr Territorium auch in Nachbarschaft zu ihren Eltern. Nach Möglichkeit sollen daher weitere Tiere mit GPS-GSM Halsbändern ausgestattet werden. Diese Sender lokalisieren sich selbst über Satellit und übermitteln ihre Position per SMS an eine Empfangsstation im Büro. Um die Batterie des Halsbandsenders zu schonen, werden in der Regel mehrere Positionen gesammelt, bevor sie über das Handynetz übermittelt werden. Das heißt, die Biologen wissen zwar im Nachhinein, wo sich das Tier aufgehalten hat, verfolgen jedoch den Weg des Wolfes nicht online. Die Erkenntnisse zum Ausbreitungsverhalten fließen in Managementpläne ein und können auch bei der gezielten Öffentlichkeits- und Aufklärungsarbeit zum „Neubürger Wolf“ genutzt werden. Das Pilotprojekt wird vom BfN mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit gefördert.

Foto: Bundesamt für Naturschutz