Gesellschaft zum Schutz der Wölfe e.V.

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04.01.2010 Wolfsjagd in Schweden

Die staatliche schwedische Naturschutzbehörde (Naturvardsverket) hat den Abschuss von 27 Wölfen während einer Jagdzeit vom 2. Januar bis 15. Februar freigegeben. Diese Zahl entspricht etwas mehr als 10 % der gegenwärtigen Wolfspopulation in Schweden. 12 000 Jäger haben eine Lizenz zum Abschuss dieser 27 Wölfe beantragt. Schon am ersten Jagdtag, dem Samstag 2.1.2010, wurden 22 Wölfe erlegt, 2 weitere angeschossen. Diese wurden am Sonntag nachgesucht und ebenfalls getötet. Somit sind noch 3 Wölfe freigegeben, einer in der Region Örebro und zwei in Gävleborg. Ob die Zählung der Abschüsse tatsächlich korrekt ist oder evtl. mehr Wölfe getötet wurden, wird erst eine zukünftige Beurteilung der Organisation erweisen.

Seit längerer Zeit bereits gibt es in Schweden eine sogenannte Schutzjagd auf einzelne Wölfe, die Nutztiere angreifen, die von den Behörden durchgeführt wird. Nun wurde erstmals eine Quotenjagd mit Jagdlizenzen eingeführt. Dies geht zurück auf einen Beschluss des schwedischen Reichstages zum Management der Großen Carnivoren, der zum Ziel hat, die Akzeptanz auf Seiten der Bevölkerung zu verbessern. Das soll durch die Jagd und die daraus resultierende Verminderung des Zuwachstempos der Wolfspopulation erreicht werden. Die Naturschutzbehörde hat vom Reichstag den Auftrag, dafür zu sorgen, dass die Zahl der Wölfe 210 nicht überschreitet und dass es 20 Rudel mit Nachwuchs gibt. Die letzte Zählung der Population im Winter 2008/2009 ergab in Schweden 182 – 217 Wölfe, mit Norwegen zusammen waren es 213 – 252 Tiere und im Frühjahr sind durch Geburten weitere Wölfe hinzugekommen. Unter Berücksichtigung aller relevanten Faktoren hat sich die Naturschutzbehörde entschieden, insgesamt 27 Wölfe für die Quotenjagd freizugeben. Die Wolfsforscher im Projekt „Scandulv“, dem skandinavischem Wolfsprojekt hatten eine Gesamtzahl von 30 – 48 Tieren für Quoten- plus Schutzjagd vorgeschlagen, um die vom Reichstag festgesetzten Ziele zu erreichen. Die Quoten sind auf die fünf Provinzen aufgeteilt, die einen festen Wolfsbestand bzw. seit drei Jahren ununterbrochen Wolfsreproduktion hatten und basieren auf der Verteilung des schwedischen Anteils der Skandinavischen Wolfspopulation: je ein Drittel, das heißt neun Wölfe in Värmland und Dalarna, sowie ein Neuntel, entsprechend je drei in West Götaland, Örebro und Gävleborg.

Gleichzeitig wurden Maßnahmen angekündigt, die eine Verbesserung der genetischen Verfassung der Wolfspopulation zum Ziel haben, denn die skandinavische Wolfspopulation stammt von nur drei Tieren ab, die in den1980er und 1990er Jahren aus Finnland bzw. Russland eingewandert sind. Als Folge der daraus resultierenden Inzucht sind in letzter Zeit gehäuft Herz und Nierenleiden aufgetreten. Letztes Jahr wurde ein neuer Wolf, der aus dem Osten kam in Schweden nachgewiesen, ein anderer in Norwegen. Beide hatten 2008 und 2009 Welpen, was einen wertvollen Zuwachs zur skandinavischen Wolfspopulation bedeutet. In den Jahren bis 2014 sollen bis zu 20 „neue“ Wölfe (genetisch von den skandinavischen verschiedene) dazukommen. Zunächst hofft man auf natürliche Einwanderer, die wenn nötig eingefangen und in das Gebiet südlich der Rentier- Zuchtgebiete gebracht werden sollen (Dort werden Wölfe bisher nicht geduldet, weil sie zu große Schäden anrichten). Wenn nötig sollen auch Wölfe aus dem Osten importiert werden.

Naturschutzorganisationen in Schweden haben gegen die Jagd auf Wölfe heftig protestiert und angekündigt, überprüfen zu lassen, ob die Maßnahmen den EU Schutzvorschriften entsprechen. Ob die Unterstützungsmaßnahmen für die Wolfspopulation durch Zufuhr „neuer“ Wölfe tatsächlich durchgeführt werden, oder durch die starke Anti-Wolf Lobby verhindert werden, bleibt ohnehin abzuwarten.

Die Gesellschaft zum Schutz der Wölfe wird in den nächsten Rudelnachrichten ausführlich berichten und Stellung nehmen.